Reisen

Die Ungarische Donau

 

An der 417 km langen ungarischen Donau liegt im Dreiländereck mit Österreich und der Slowakei als erste bedeutende Stadt die alte Kaiserstadt Györ (deutsch: Raab), allerdings nicht direkt an der Donau, sondern einige Kilometer südlich am Fluss Raab, der in die Donau mündet.

Bei Esztergom, nahe der Mündung des Ipoly am linken Ufer, passiert die Donau die Staatsgrenze zur Slowakei und ist nun zu beiden Ufern ungarisch. Kurz darauf stößt sie auf das Börzsöny-Gebirge. Der Lauf der Donau
wendet sich hier in einem spektakulären Landschaftsabschnitt am Donauknie bei Visegrád um rund 90 Grad, der Fluss fließt statt wie bisher von West nach Ost nun über rund 500 km strikt nach Süden.

Nach etwa 40 km durchfließt die Donau die mit 1,75 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt entlang ihres Laufs: Budapest, die Hauptstadt von Ungarn. Zugleich verlässt sie hier das ungarische Mittelgebirge und
tritt ein in die ungarische Tiefebene. Nachdem sie zahlreiche kleinere Städte wie Dunaújváros (Donauneustadt), Baja (Frankenstadt), Paks und Kalocsa passiert hat, verlässt sie kurz hinter Mohács das
ungarische Staatsgebiet.

Die Ungarische Donau von Komaron bis Budapest

  • Im ungarischen Komarom sieht der Flussreisende bei km 1770 die  Festung Monostor (Sandberg) direkt am rechten Ufer liegen. Eine herrliche Landschaft, geschmückt von lieblichen Ferienorten, einer mächtigen Kathedrale und einer ebenso mächtigen Festung, erfreut den Schiffsreisenden auf seinem Weg nach Budapest.
  • Schon von weitem erweckt die grüne Kuppel des imposanten Doms von Esztergom die Aufmerksamkeit des Kreuzfahrers. Es lohnt sich, seine Kamera bereits einige Kilometer vor der Stadt bereitzuhalten, denn vom Fluss aus gesehen bietet die Basilika ein tolles Fotomotiv! Die hübsche Stadt (30 000 Einwohner) gilt als älteste Ungarns und war 250 Jahre lang Hauptstadt des Landes.
  • Donauknie: Zwischen Esztergom und Budapest bahnt sich die Donau ihren Weg durch verschiedene ungarische Mittelgebirge und windet sich ab der Festung Visegrad im 90Grad-Winkel nach Süden. Als Donauknie bezeichnet, ist dieser Abschnitt des Stromes landschaftlich besonders reizend und bei Naturliebhabern und Wassersportlern gleichermaßen beliebt.

  • Szentendre besitzt südländischen Charme, den es Flüchtlingen aus Serbien, Griechenland und Dalmatien verdankt, die sich im 15. Jahrhundert hier ansiedelten. Die Menschen vom Balkan bauten Schulen und Kirchen auf den drei Hügeln der Stadt und kamen zu Wohlstand. Nachdem viele Serben im 19. Jahrhundert in ihre alte Heimat zurückkehrten, eroberten am Anfang des 20. Jahrhundert Scharen von Malern die Stadt, und ließen sich von der herrlichen Kulisse inspirieren. So wundert es nicht, dass heute 20 Museen und fast so viele Galerien auf kleinstem Raum ihre Türen für Besucher öffnen, wenn auch in den Souvenirläden statt echter Kunst reichlich Kitsch verkauft wird. Der dreieckige Marktplatz Fö Ter bildet mit seinen farbenfrohen Bürgerhäusern und goldenem Pestkreuz in der Mitte das Zentrum der Stadt. Im Norden steht die serbisch-orthodoxe Blagoveszentka-Kirche mit ihrem goldglänzenden Innenraum, der immer ein wenig nach Weihrauch duftet. Ein Marzipanmuseum lockt Naschkatzen an.

  • Vorbei an der Margaretheninsel erreichen Sie die dritte Hauptstadt an der Donau auf ihrem Weg bis ins Schwarze Meer: Budapest mit ihren fast 1,7 Millionen Einwohnern. Während der sagenhaft schönen Einfahrt in die Stadt thront am rechten Ufer der Königspalast auf dem Burgberg, am linken Ufer beeindruckt gleichermaßen das Parlamentsgebäude. In keiner Stadt fühlt man sich der Donau so nah, rückt sie so sehr ins Stadtgeschehen, wie in Budapest. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beim Fluss und auch die UNESCO ernannte die Donauufer der Stadt, neben dem Burgviertel und dem Prachtboulevard Andrassy utca, zum Weltkulturerbe. 

Die Ungarische Donau - Puszta, Baja bis Mohacs

  • Wer von Budapest aus weiter bis zum Eisernen Tor oder bis zum Donaudelta fährt, kann die vielfältigen Eindrücke der ungarischen Hauptstadt auf den nächsten Kilometern in Ruhe Revue passieren lassen. Denn die Donau fließt jetzt bedächtig durch flache Landschaften dahin, und spektakuläre Flusskulissen, größere Ortschaften oder Sehenswürdigkeiten sucht man, zumindest für eine Weile, vergebens.
  • Bis Baja fließt die Donau gemächlich durch eine endlos weite und recht flache Ebene, bepflanzt mit Sonnenblumen, Tabak, Paprika und Mais. Östlich der Donau beginnen die einsamen Steppen der Puszta. Auf den kleinen und sonnenbeschienenen Hügeln der Region wachsen auch feine Rebsorten. Der Wein gilt als einer der Besten des Landes! So kann sich der Reisende zwischen Dunaföldvar, Pecs und Mohacs das ein oder andere Mal am ungarischen Wort für Prost die Zunge brechen: „Egeszsegedre“!

  • Die stimmungsvolle Kleinstadt Dunaföldvar schmiegt sich sanft an die Hügel und Weinberge am rechten Flussufer. Eine Stahlbrücke überspannt an dieser Stelle die Donau und verbindet damit Transdanubien (oder Pannonien) und die Tiefebene. Ein Umstand, der der Stadt einst zu Wohlstand verhalf. Eine Besonderheit des örtlichen Weinanbaus sind die in den Lößboden des Berges gegrabenen Weinkeller, die mit ihren niedrigen Holztürchen wie die Eingänge zu Hobbithöhlen anmuten.

  • Das liebenswerte Baja am linken Ufer ist umgeben von Flüssen und Kanälen, doch nur die wenigsten Kreuzfahrtschiffe machen hier Halt. Über die Grenzen hinweg ist das Fischsuppenfestival der Stadt bekannt. Denn jeden Sommer köcheln beim größten Fischsuppenfest der Welt in 2000 Kesseln Karpfen, hausgemachte Nudeln und andere Zutaten im schmackhaften Sud und 50 000 Suppenhungrige lassen es sich gut schmecken.

  • In Mohacs (20 000 Einwohner) klariert man aus Ungarn aus. Vom Schiffsanleger führt ein Bummel entlang der etwas verschlafenen Hauptstraße (Szabadsag ut.) direkt zum zentralen Hauptplatz (Szechenyi ter). Hier wurde zum 400. Jahrestag der Schlacht von Mohacs eine Votivkirche (Emléktemplon) im byzantinischen Stil errichtet.